Hilfe für Kambodscha

2 Volontäre 2 Wochen im Angkor Kids Center

Mascha und Joaquin: Das Fazit ihrer Zeit im Angkor Kids Center

Mascha und Joaquin haben in ihrer Zeit im Angkor Kids Center viel bewegen können und haben dabei, genau wie Laura, Chhay und die anderen freiwilligen Helfer ins Herz geschlossen. Wir sind uns sicher, dass sie diese Erfahrung nachhaltig geprägt hat und sie sich immer gerne an die spannende Zeit in Kambodscha erinnern werden und wir danken ihnen sehr für die tatkräftige Unterstützung. Lest bitte selbst, was sie über Ihre Freiwilligenarbeit im Angkor Kids Center resümieren:

Die Schule wurde 2009 von Samnang gegründet, er selbst lernte vor vielen Jahren ein deutsches Paar kennen, das ihm ermöglichte Englisch zu lernen. Daraufhin wollte er den Kindern aus seinem Dorf die gleiche Möglichkeit bieten und es entstand das Angkor Kids Center. Heute bestehet die Schule aus drei Klassenräumen und einem Raum der als Bibliothek, Computerraum und Büro dient. Sie hat eine eigene Toilette, einen Schulhof mit Klettergerüsten und eine angrenzende Spielwiese für die Kinder. Es gibt Strom und sogar WLAN, welches das Arbeiten für die Lehrer enorm erleichtert. Die Kinder kommen nach ihrer normalen Schule ins Angkor Kids Center und auch die Lehrer und Lehrerinnen sind Freiwillige und gehen selbst noch zur Schule.

Chhay, der auch gerade mal 22 Jahre alt ist, ist unserer Meinung nach das Herz und die Seele des Centers. Er ist der einzige Angestellte der Schule, gibt zwei Mal am Tag Computerkurse und unterrichtet zwei Englischklassen. Außerdem ist er derjenige, der die Schule auf und abschließt, sich um den Müll und auch um sonst alles kümmert. Wir haben ihn mit der Zeit sehr liebgewonnen und ohne ihn hätten wir wohl keine unserer Ideen verwirklichen können. Meist haben wir zusammen mit Chhay die Unterrichtsstunden vorbereitet. Aber auch andere Dinge, wie zum Beispiel einen Stundenplan, eine Übersicht aller neu gefundenen Lernspiele und mehrere Arbeitsblätter wurden erstellt. Wir haben die Bibliothek geputzt, Klettergerüste repariert und für neue Mülleimer gesorgt.

Der Unterricht, den wir mitverfolgen durften, hat uns gut gefallen und auch die Kinder waren unheimlich motiviert bei der Sache. Wir konnten zwar nur zusammen mit Chhay unterrichten, aber das war für die Kinder und auch für uns kein Nachteil. Überhaupt hat uns der Zusammenhalt und das Klima dort umgehauen. Man ging freundschaftlich miteinander um und auch wir wurden interessiert gemustert, angelächelt und gegrüßt. Wir können nur sagen, dass das Angkor Kids Center weit mehr als nur eine Schule darstellt. Es ist der Treffpunkt der Kinder, egal ob zum Lernen oder zum Spielen. Dort gibt es Bücher, Spielsachen, Fußballtore, Klettergerüste und die Türen sind (dank Chhay) den ganzen Tag für jedermann geöffnet.

Auch wenn es schwerfällt zu akzeptieren, dass Kinder nicht überall auf der Welt die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, so ist das Angkor Kids Center ein super Start in die richtige Richtung. Wir wünschen allen Beteiligten nur das Beste für die Zukunft und wir hoffen, etwas Gutes zu dem Projekt beigetragen zu haben.

Das Fußballfieber bricht aus

Mascha und Joaquin: Die Fußballsaison ist eröffnet

Es liegt ja fast auf der Hand, dass die deutschen Freiwilligen, den Fußball ins Angkor Kids Center einziehen lassen. Joaquin erzählt uns von der Anstrengung der Errichtung der entsprechenden Fußballtore und der anschließenden Saisoneröffnung:

Nachdem ich (Joaquin), aufgefordert von den Schülern des Angkor Kids Centers, ohnehin jeden Tag auf dem Schulhof oder der angrenzenden Wiese Fußball spielte, wurde Mascha und mir ziemlich schnell klar: „Fußballtore müssen her!”

Vorher sollte jedoch die Wiese neben dem kleinen Schulgebäude gesäubert und „entmüllt“ werden. Fast alle Schüler halfen mit und so war die Wiese nach kurzer Zeit wieder zu erkennen.

FußballtoreAm nächsten Morgen begannen wir gemeinsam mit Chhay an den Fußballtoren zu arbeiten. Natürlich wurden diese aus Bambus, welcher am Vortag von einigen Schülern mitgebracht wurde, hergestellt. Ohne jegliche Erfahrung dauerte die Vorbereitung etwas länger als gedacht, doch danach begannen wir, zwei, den Umständen entsprechend, sehr stabile Tore auf der Wiese zu bauen. Mehrere Schüler halfen beim Errichten mit und so gelang es Mascha und mir, auch noch in brühender, fast unerträglicher Hitze, die Tore in Deutschland und Kambodscha Farben anzustreichen. Jetzt kann die WM auch hierhin kommen!!!

Am gleichen Nachmittag kamen dann auch noch die Schüler und ein schweißtreibendes Fußballspiel auf dem neuen Spielfeld des Angkor Kids Centers nahm seinen Lauf.

Nächste Woche berichten Mascha und Joaquin von der leider allgegenwärtigen Müllproblematik in Kambodscha.

Neue Bänke und Zäune

Alles neu machte der Januar….

Neue Zäune und Bänke werden gebautUnsere gute Seele des Angkor Kids Center Chhay hat mir ein Foto von Schülern geschickt, die es sich auf neuen Bänken vorm neu eingezäunten Areal der Schule gemütlich gemacht haben.

Dies ist das Ergebnis einer weiteren erfolgreichen Zusammenarbeit mit tatkräftigen Unterstützern aus der Wirtschaft, sowie Helfern aus dem Angkor Kids Center. Es wurde gehämmert, gestrichen, gewerkt und gemalt und das Resultat kann sich sehen lassen – neue Bänke für die Kinder und ein verbesserter Zaun, der nicht nur nützlich ist, sondern bunter nicht sein könnte. Die Schule wird immer mehr zu einem kindgerechten Ort, der nicht nur Wissen, sondern zusätzlich Freude spendet.

 

Angekommen in der Zukunft i

Der Fortschritt ist im Angkor Kids Center angekommen

Strom, Laptops und Internet im AKC Wie bereits im Weihnachtsnewsletter berichtet, hat das Angkor Kids Center im Mai vergangenen Jahres eine leistungsstarke Solaranlage erhalten, die es erst ermöglichte, einen reibungslosen Unterricht am Nachmittag und Abend zu gewährleisten. Ich hatte also Glück und konnte bereits unter diesen “vereinfachten” Bedingungen arbeiten. 😉 Eine verlässliche Lichtquelle für den Unterricht sowie Strom für Ventilatoren und den Administrations-PC haben den Arbeitsalltag enorm erleichtert und die Schule einen großen Schritt nach vorne gebracht.

Der nächste Erfolg waren die von der Ivanhoe Grammar School gespendeten Laptops. Unser lieber Chhay unterrichtet nun bereits zwei Mal pro Woche eine EDV Klasse von je acht Schülern, um diese noch optimaler auf Berufsleben bzw. Studium vorzubereiten. Und seit geraumer Zeit, ist das Angkor Kids Center auch mit dem World Wide Web verbunden – es gibt endlich Internet! Somit können sich die Lehrer nun besser auf Unterrichtsstunden vorbereiten und miteinander bzw. mit der Außenwelt in Kontakt treten – denn telefonieren ist sehr teuer, wenn man nicht den gleichen Telefonanbieter hat. Diese schmerzliche Erfahrung musste ich vor Ort selbst machen, indem ich mit einem einzigen zwei Minuten Anruf mein gesamtes Handy-Guthaben verbraucht habe ;-( Google Suche oder E-Mail-Kommunikation waren gar nicht möglich – fast unvorstellbar, aber man lernt zu improvisieren. Da half es natürlich auch, dass ich noch in einer Zeit ohne Internet aufgewachsen bin 🙂

Und zu guter Letzt, hat die Schule dank einer weiteren Spende nun einen LCD-Projektor, der u.a. die Möglichkeit bietet, eine englische Filmnacht für Kinder und Erwachsene im Dorf anzubieten. Man darf auf die Filmauswahl gespannt sein.

Zusammengefasst hat sich 2017 sehr viel getan – der Fortschritt kommt vielleicht manchmal in etwas gemächlichen, aber dennoch stetigen Schritten nach Kambodscha und ganz speziell ins Angkor Kids Center und dies dank unserer tollen Unterstützer.

Mein Einsatz in Kambodsch Resümee

Mein Einsatz im Ausland: Resümee und Dankeschön

Nun ist es wirklich soweit: Mein Einsatz im Ausland ist vorüber. Die Zeit in Kambodscha bei dem großartigen Schulprojekt Angkor Kids Center zählt sicher zu den wertvollsten und lehrreichsten Erfahrungen meines Lebens und ist wie im Flug vergangen. Ich habe persönliche Grenzen überschritten, war sogar Pionierin durch meinen Aufenthalt als erste „Ausländerin“ hier im Dorf und durfte Teil einer engen Gemeinschaft von wundervollen Menschen sein. Ich habe viel gelernt, gelacht, war manchmal auch frustriert und etwas einsam (vor allem durch die Sprachbarriere) – aber generell glücklich und dankbar.

Gemeinsam haben wir in sehr kurzer Zeit viel geschafft und ich habe hoffentlich bleibende Spuren hinterlassen. Das Resümee:

  • Notwendige administrative Grundlagen wurden durch Einstufungstests, Schülerregistrierung und –Statistiken, Klasseneinteilung, Klassen- und Lehrerbücher sowie Schulbibliothek geschaffen.
  • Infrastrukturen wurden durch Wiederherstellung der Wasserversorgung und Toiletten, Verbesserung des Gesamteindruckes der Schule durch entsprechende Reinigungsaktionen, Drucker, PC-Arbeitsplätze für Lehrer, Umwandlung der Bibliothek in einen Aufenthalts- und Arbeitsraum hergestellt.
  • Donor-Management und PR Maßnahmen in Form von Koordination und Organisation interkultureller Workshops mit drei Schülergruppen sowie linkedIn Profil und regelmäßigen Blogbeiträgen meiner ganz persönlichen Erfahrungsberichte über das Hilfsprojekt in Kambodscha.
  • Training für Lehrer in Form von regelmäßigem Englischunterricht- und EDV-Grundlagenkurs sowie Management- und EDV-Training für Chhay.

7 Wochen in KambodschaDer Abschied fällt schwer und wurde mir durch eine Abschiedsfeier mit allen Lehrern und dem Projektleiter, sowie durch viele persönliche Danksagungen und einer Urkunde für meine Leistungen, auf die ich sehr stolz bin, nicht gerade leichtgemacht. Auch mein letztes Lehrertraining, bei dem wir einen sehr lustigen Spieleabend verbracht haben, hat mich nochmal erkennen lassen, welch großartige Menschen ich hier zurücklasse. Menschen, die sich unentgeltlich und ohne Gegenleistung in ihrer Freizeit für andere einsetzen, um damit einen dringend notwendigen Beitrag für eine bessere Zukunft der Schüler zu leisten. Ich möchte mich deshalb nochmal bedanken bei den tollen, jungen, engagierten Lehrern, die mich so offen in ihre Runde aufgenommen haben: Chenda, Sith, Kroem, Joub, Chork und Cham, den ich erfreulicherweise davon überzeugen konnte, zu unterrichten. Mein ganz besonderer Dank gilt allerdings dem wunderbaren Lehrer, begabten Handwerker, Organisationstalent mit unglaublich schneller Auffassungsgabe und meinem lieben Kollegen Chhay, der mir immer zu Seiter gestanden ist. Zusätzlich noch vielen Dank an Samnang, den Projektleiter des Angkor Kids Center, ohne den ich vieles nicht umsetzen hätte können und der in jeder Situation stets Ruhe bewahrt hat.

Meiner Gastfamilie danke ich für die liebevolle Versorgung, die es mir sehr leicht gemacht hat, mich in Kambodscha von Anfang an wohl zu fühlen.

Selbstverständlich auch herzlichen Dank an Andreas, den Vorstand von HELPUCATION e.V., ohne den ich gar nicht hier wäre. Seine Motivation und Begeisterung waren ansteckend und haben mich dazu bewogen, meine Sicherheit zu Hause aufzugeben und dieses Abenteuer zu wagen. Es hat sich gelohnt! Vielen Dank auch an das restliche Team (vor allem Julia und Kolja), das mich von zu Hause aus mit aufbauenden Worten und Feedback unterstützt hat.

Zu guter Letzt noch ein großes Dankeschön an meine Freunde und Familie insbesondere meiner Mama – ohne die ich das alles hier nicht geschafft hätte. Ihr wart großartige Zuhörer, Fürsprecher, Ratgeber, Spender und Wegbegleiter. Ganz besonderen Dank an meine Herzensmenschen Sarah, Sabine und Harry, die immer ein offenes Ohr für mich hatten, wenn es mal schwierig wurde. Harry danke ich auch noch dafür, dass er die beschwerliche Reise auf sich genommen hat, um sich eine Woche mit mir ins Abenteuer Kambodscha zu stürzen und meine Welt kennenzulernen. Und vielen Dank an meine sehr gute Freundin Ulrike für ihre tatkräftige Unterstützung im Bereich Englischunterricht.

Mein Einsatz im Ausland war unbeschreiblich und es bleibt mir nur zu sagen: Verabschieden bedeutet auch, sich auf die nächste Begegnung zu freuen!

Schule verschönert

Mein Einsatz im Ausland: Interkultureller kreativer Austausch

Kreatives SchulprojektDiese Woche hatten wir wieder Besuch. Diesmal durften Chhay und ich – mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team – die Koordination und Umsetzung eines Kunstprojektes mit 20 Schülern aus China übernehmen. Die zu Grunde liegende Organisation, Adventurous Global School, betreibt Schulen in Europa und Kambodscha. Im Rahmen ihres einwöchigen Aufenthaltes in Kambodscha, haben sie gemeinsam mit dem Angkor Kids Center ein Kunstprojekt geplant und unsere Schule verschönert.

Die ausgewählten Motive sind vielfältig und wurden grandios umgesetzt. Die Schule ist durch diesen Tag bunter und schöner geworden. Auch unsere Schüler sind vom Ergebnis begeistert und wurden durch das Projekt zum Malen inspiriert und konnten bei der Gelegenheit auch wieder ein bisschen Englisch üben. Rundum ein gelungener kreativer Tag des interkulturellen Austausches.

Reise mit Harry

Mein Einsatz im Ausland: Die Reise

Ich war schon fünf Wochen in Kambodscha und hatte noch fast nichts von dem wunderschönen Land gesehen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mich mein Liebster, Harry aus Holland, besucht, um gemeinsam mit mir die Umgebung zu erkunden. Es war auch sehr wichtig und wertvoll für mich, einer vertrauten Person aus der Heimat zu zeigen, wie ich hier lebe und was mein Leben hier ausmacht.

Und wie sagt man so schön: „Wer eine Reise tut, hat viel zu erzählen.“ Die Woche war großartig, wenn auch nicht alles ganz nach meinem Plan verlaufen ist, bei dem mich Samnang, der Projektleiter des Angkor Kids Center – der auch die Reiseagentur Asia Natural Tours betreibt – in der Umsetzung tatkräftig und professionell unterstützt hat.

Kambodscha von der schönsten Seite1Am ersten Tag haben wir ein authentisches schwimmendes Dorf am riesigen Tonle-Sap-See besucht. Leider hatte unser Fahrer den ersten Arbeitstag und konnte unser Hotel nicht finden. Deshalb sind wir viel zu spät gestartet, sind mehrmals aufgrund des niedrigen Wasserstandes mit dem Boot steckengeblieben und den geplanten Sonnenuntergang konnten wir aufgrund eines aufziehenden Gewitters leider auch nicht sehen. Aber es war trotzdem traumhaft – eine einmalige Kulisse und Atmosphäre. Die Rückfahrt war ebenfalls ein Abenteuer, denn wir waren weit hinter dem Zeitplan, es war somit stockdunkel und das Gewitter hatte uns nun auch erreicht. Die einzige Lichtquelle bei strömendem Regen – das Handy des Reiseleiters. Zu guter Letzt, sind wir noch in einem Fischernetz hängengeblieben und der Bootsfahrer musste kurz „baden gehen“, um uns zu befreien.

Der zweite Tag war entspannter, denn wir haben meine Gastfamilie im Dorf und die Schule besucht. Harry war begeistert vom Angkor Kids Center und den Menschen dort, was mich sehr gefreut hat. Wir haben auch gemeinsam ein Lehrer Training absolviert und gegenseitig unsere Heimatländer präsentiert: Harry Holland, ich Österreich und die Schüler Kambodscha – es war sehr lehrreich und wir hatten auch alle viel zu lachen. Am nächsten Tag wollten wir Tempel (Kbal Spean und Banteay Srei) in der näheren Umgebung des Dorfes besuchen. Leider hat unser kleines Motorrad bereits nach zwei Kilometern plötzlich den gesamten Treibstoff verloren. Ich bin also ins Dorf zurückgegangen, um meine Gastfamilie zu mobilisieren, aber als ich zurückkam, war schon ein Mechaniker vor Ort, der von einem hilfsbereiten Einheimischen gerufen wurde. Er hat unser Moped innerhalb kürzester Zeit repariert – die Rechnung 1 USD. Danach hat leider zusätzlich noch der Regen unseren Zeitplan zu Nichte gemacht, sodass wir nur den Tempel Banteay Srei sehen konnten. Aber die Fahrt alleine war schon wundervoll – durch die traumhafte Landschaft mit Reisfeldern, Wasserbüffeln, Lotusblumen und den vielen lachenden Gesichtern der Einheimischen.

Kambodscha von der schönsten Seite2Unser nächster Programmpunkt war Phnom Kulen. Der heilige „Berg“ (487 m – für österreichische Maßstäbe also ein Hügel) ist ein heißer Tipp für alle, die gerne Wandern gehen. Auch wenn die Anreise von Siem Reap aufgrund der sehr schlechten Straßenverhältnisse zwei Stunden dauert, ist es die Mühe wert. Man wird dafür mit mystischen Tempeln, einer Unmenge an farbenfrohen Schmetterlingen, einer einmaligen Aussicht auf die bewaldete Umgebung, Kraftplätzen mit riesiger Elefantenstatue aus Stein oder versteckten Höhlen mit Fledermäusen, indem Mönche meditieren und nicht zu vergessen traumhaften Wasserfällen belohnt.

Am nächsten Tag haben wir dann selbstverständlich noch Angkor Wat und die umliegenden Tempel besucht. Angkor Thom (Bayon) mit seinen 200 Sandsteingesichtern, die einen ständig im Blick zu haben scheinen, Ta Prohm, der mit den Urwaldriesen eine einmalige Symbiose bildet und Angkor Wat, das Kloster, das alleine durch seine Größe und majestätische Anmut fesselt, haben einen unvergesslichen Eindruck bei uns hinterlassen. Zu guter Letzt, haben wir noch Phnom Krom besucht, einen alten hinduistischen Tempel, der mit einer traumhaften Aussicht auf den Tonle-Sap-See glänzt – hier habe ich eine Premiere gefeiert: meine erste Runde auf dem Motorrad. Und am Rückweg gab es dann noch die kulinarischen „Highlights“ der Woche: Schlange und Maus – beides nicht unbedingt empfehlenswert.

Es waren wundervolle Tage voller fesselnder, magischer Momente und Erlebnisse, die wir gemeinsam teilen durften und die zumindest mich dazu bewegt haben, Kambodscha endgültig fest in mein Herz zu schließen. Deshalb macht es mich auch stolz und glücklich, einen kleinen Beitrag zur Unterstützung dieses schönen Landes und seiner Menschen zu leisten.

Heilung durch Magie?

Mein Einsatz im Ausland: Der Medizinmann

Da ich meine Gastmutter einmal dabei beobachtet habe, wie sie ein krankes Mädchen dadurch “behandelt” hat, dass sie durch Fauchlaute böse Geister vertreiben wollte, war mein Interesse für “Khmer Medizin” bzw. Magie geweckt. Ich habe dann auch sogleich von einem im Dorf ansässigen, aber weit darüber hinaus bekannten Medizinmann erfahren und durch meinen Kollegen Chhay die Möglichkeit erhalten, ihm einen Besuch abzustatten. Wobei wahrscheinlich eher Magier die richtige „Berufsbezeichnung“ ist. Dieser Morgen zählt sicher zu den ungewöhnlichsten Erfahrungen, die ich hier sammeln durfte.

Als wir ankamen, wohlgemerkt in einem sehr schönen, großen Haus mit zwei Autos vor der Haustür, wurden wir gleich in die Behandlungshütte geführt. Der Medizinmann hat völlig unberührt von unserer Anwesenheit die Behandlung fortgesetzt und die Patienten fanden es auch völlig in Ordnung, dass ich dieser beiwohne und fotografiere. Die Abläufe ähneln dem eines Krankenhauses – wer zuerst da ist, wird zuerst behandelt – es werden sogar Nummern vergeben. Am Ende der Sitzung wird bezahlt, der Betrag obliegt jedem einzelnen – wobei den Besitztümern des „Arztes“ nach zu urteilen, dürfte er sehr gut verdienen.

Medizinmann - Heilung durch MagieDie Behandlung ist allerdings sehr ungewöhnlich. Die Patienten legen sich vor dem Medizinmann auf eine Matte und dieser streicht mit einer Kugel aus Reispaste den ganzen Körper oder schmerzhafte Körperpartien entlang. Das Resultat, meist ein Splitter oder Haare/Fasern, die in der Reispaste stecken bleiben und vom inneren des Körpers kommen und die Ursache der Krankheiten sein sollen. Der Patient kann nach der Behandlung, die verwendete Reiskugel, näher in Augenschein nehmen. Die Behandlung, die ca. fünf bis zehn Minuten dauert, findet vor versammeltem Publikum statt – Männer und Frauen gemischt. Dies obwohl die Patienten zum Großteil entblößt sind. Ungefähr zehn Personen werden nacheinander behandelt, anschließend wird ein kurzes Gebet gesprochen. Und danach raucht der rund 30-jährige Medizinmann, der selbst übrigens nicht sehr gesund aussieht, meist eine Zigarette auf der Behandlungsmatte, bevor es weitergeht. Täglich behandelt er zwischen 50 und 100 Patienten – Praxiszeiten sind ausschließlich vormittags. Er hat sich die Fähigkeiten über fünf Jahre hinweg angeeignet und ist auch seit fünf Jahren tätig. Er scheint auch sehr unterhaltsam zu sein – es wird gelacht, getratscht und über andere Patienten gesprochen – eine ärztliche Schweigepflicht gibt es also nicht.

Ein Urteil betreffend Wirkung überlasse ich jedem selbst. Fakt ist, dass Menschen von sehr weit herkommen, um behandelt zu werden. Man wendet sich vor allem an den Medizinmann, wenn die Schulmedizin nicht die gewünschten Resultate erzielt hat (das zum Teil desaströse Niveau der gesundheitlichen Versorgung in Kambodscha mal außer Acht gelassen). Alle Anwesenden haben die sofortige Verbesserung ihres Zustandes bestätigt und viele kommen regelmäßig. Meiner Meinung nach, kann der Glaube Berge versetzen und dieser ist bei allen Patienten zutiefst vorhanden.

Schüleraustausch mit Australien

Mein Einsatz im Ausland: Eine langjährige Freundschaft mit der Ivanhoe Grammar School

Diese Woche hatten wir die Ehre, zwei Schülergruppen der Ivanhoe Grammar School bei uns begrüßen zu dürfen. Jeweils gut 30 Schüler zwischen 15 und 17 Jahren mit je fünf Lehrern haben im Rahmen eines zweiwöchigen Aufenthalts in Kambodscha das Angkor Kids Centre besucht. Die Ivanhoe Grammar School organisiert seit vielen Jahren dieses Projekt, welches den Schülern einen Einblick in das doch sehr unterschiedliche Leben in Kambodscha geben soll und gleichzeitig auch noch dazu dient, Schulen und Gemeinden in Kambodscha mit Geld- und Sachspenden und Hilfe vor Ort zu fördern.

Schüleraustausch mit AustralienDer Besuch wurde von uns akribisch vorbereitet – Transport, Mittagessen, Begrüßung mit einstudiertem Lied sowie Programm, Auswahl der 50 besten Schüler und natürlich großes Reinemachen.

Der Plan für den Tag: einen interaktiven Austausch zwischen Schülern aus Kambodscha und Australien zu ermöglichen und dabei Englisch zu lernen und zu lehren. Die australischen Schüler waren angehalten, in kleineren Gruppen unsere Schüler zu unterrichten und obwohl sie selbst noch Schüler sind, hat dies erstaunlich gut geklappt. Die Motivation und das Engagement waren herausragend – ich habe wirklich gestaunt. Es wurde klassisch unterrichtet, aber auch gespielt, Exkursionen ins Dorf unternommen, gemeinsam gegessen (ich durfte gleich Kantinenerfahrung sammeln und helfen 100 Essen auszuteilen), Bäume gepflanzt und gesungen.

Musik vereint Nationen und Menschen – das konnte man wieder ganz deutlich spüren. Aber seht und hört selbst…

Die australische Schule ist ein langjährigerer Förderer des Angkor Kids Center und hat neben fast 150 Büchern, auch zehn gebrauchte Laptops gespendet. Ein Segen – so können Arbeitsplätze für die Lehrer generiert werden, wo sie sich auf den Unterricht vorbereiten können. Jetzt fehlt nur noch eine „Kleinigkeit“ nämlich Internet – den lang ersehnten Drucker haben wir schon.

Es war ein großartiger Tag und alle Beteiligten hatten Spaß und ich denke, jeder konnte etwas von dem Tag mitnehmen und lernen. Unsere Schüler hoffentlich Englisch und die australischen Schüler haben vielleicht in Zukunft mehr Verständnis für ihre Lehrer – denn sie haben aus eigener Hand erfahren, dass unterrichten zum Teil harte Arbeit ist. Und es haben sich auch ein paar neue Freundschaften (zumindest auf facebook) ergeben.

Opfer S21

Mein Einsatz im Ausland: Phnom Penh

Nach fast drei Wochen ohne Pause, hatte ich die „Anweisung“ bekommen, mir mal zwei Tage Auszeit zu gönnen, um das Land auch etwas kennenzulernen. Ich beschloss in die Hauptstadt zu fahren. Ich habe sehr gemischte Gefühle in Bezug auf diese Stadt, da sie viele Erinnerungsstätten für die unglaublichen Gräueltaten der Roten Khmer birgt. Allerdings hat sie auch viele schöne Seiten und einiges zu bieten.

Die düstere Vergangenheit von Kambodscha

Das Genozig MuseumIch will gar nicht zu viel auf die geschichtlichen Details dieser Schreckensherrschaft der Roten Khmer von 1975 bis 1979 eingehen. Es sei nur soviel gesagt, dass 1,7 bis 3 Millionen Menschen (bei 8 Millionen Gesamtbevölkerung!) in dieser Zeit umgekommen sind. Das Grauen kurz zusammengefasst: Pol Pot (links oben im Bild), der Parteiführer, wollte Kambodscha in einen reinen Agrarkommunismus überführen. Alle Menschen sollten also Bauern sein, egal ob sie landwirtschaftliche Erfahrung hatten oder nicht und das 3fache an Ernte erwirtschaften als bisher. Alles Neue wurde verurteilt – Bildung war zum Großteil ein Todesurteil.

Zur Umsetzung dieses utopischen Planes hat er fast die ganze Hauptstadt evakuieren und auf Feldern arbeiten lassen – bis zu 19 Stunden täglich, ohne ausreichende Nahrung. Unzählige Menschen sind verhungert oder erlagen unbehandelten Krankheiten. Menschen mit Bildung, Kontakten zum Ausland etc. wurden als Staatsfeinde angesehen und in Gefängnisse gebracht, wo sie so lange auf unvorstellbare Art und Weise gefoltert wurden, bis sie ein Geständnis abgegeben haben (wie absurd dieses auch immer sein mochte). Eines dieser Gefängnisse, in dem mehr als 12.000 Menschen gefoltert und anschließend zur Hinrichtung zu einem der „Killing Fields“ gebracht wurden, war Tuol Sleng oder S21. Eine ehemalige Schule – einen besseren Ort hätte man kaum wählen können, um die abartige Botschaft, dass Bildung und Fortschritt bestraft gehört, zu senden.

Das Foltergefängnis ist heute ein Genozid Museum. Ein noch immer schrecklicher Ort, an dem man den Verlust der letzten Menschlichkeit und Barmherzigkeit und die nicht mal mit der schlimmsten Fantasie auszudenkenden Gräueltaten noch immer fast greifbar spüren kann. Vor allem die Zellen der Gefangenen sind schrecklich (ich musste mich wirklich fast übergeben). Und nur eine Hand voll Menschen haben überlebt (das Bild mit den sieben Personen zeigt einen Teil davon – drei davon sind heute noch am Leben). Die beigefügten Bilder sagen ohnehin mehr als 1.000 Worte oder ich je könnte, um meine Gefühle diesbezüglich auszudrücken.

HinrichtungsstätteMein Tag war gelaufen und ich dachte mir, ich hake gleich den nächsten schrecklichen Punkt auf der „schwarzen Sightseeing“ Liste ab und besuche noch die „Killing Fields“. Davon gab es damals mehr als 300. Dort wurden die Gefangenen hingebracht, um noch in der gleichen Nacht ermordet und in Massengräbern verscharrt zu werden. Aber es wurde keine Munition verschwendet. Die armen Menschen wurden auf abartige Weise abgeschlachtet (verzeiht mir den Ausdruck – aber es gibt am besten die Realität wider). Ironischerweise ist es heute ein sehr friedvoller, auch schöner Ort – die Natur hat dazu beigetragen, die dunkle Vergangenheit zu verhüllen. Trotzdem ein beklemmendes Gefühl, wenn man noch immer Stoffreste aus der Erde ragen sieht. Aber das Schlimmste war für mich der „Killing Tree“ – dagegen wurden Babys und kleine Kinder so lange mit dem Kopf geschlagen, bis sie tot waren. Heute zeugen hunderte Bänder für das tiefe Mitgefühl der Besucher. Der letzte Stopp ist das Denkmal – ein Tempel in der Mitte der Anlage– bis oben hin gefüllt mit unzähligen Totenköpfen der Opfer.

Der Besuch dieser Orte hat mich schwer beschäftigt und bestürzt – aber es ist auch wichtig, dass diese unvorstellbaren Taten und vor allem die Opfer nicht vergessen werden. Wir alle können nur dafür sorgen, dass diese Geschichte sich nie wieder wiederholt. Das ist doch ein schöner Gedanke.

 

Die schöne Seite der Stadt

Sigthseeing Phnom PenhNach den zwei sehr aufrüttelnden und erschütternden Orten beschloss ich, auch etwas Aufheiterndes zu unternehmen. Eine Bootstour u.a. am Mekong River hat es dann auch geschafft, mich von den schönen Seiten der Stadt zu überzeugen (etwas Pech nur, dass wir nach 10 Minuten umkehren und auf ein neues Boot umsteigen mussten, da das erste kaputtgegangen ist). Trotzdem ein schönes Erlebnis (wenn ich Biertrinkerin wäre noch mehr – denn Bier war im Preis inbegriffen 🙂 )

Am nächsten Tag habe ich dann noch ein paar weitere schöne Dinge gemacht. Die Besichtigung des Wat Phnom – ein Tempel auf einem kleinen Hügel war großartig und hat die notwendige Ruhe, in der sehr lebendigen Stadt gebracht. Vor allem die Menschen beim Beten zu beobachten, wirkt sehr entspannend auf mich. Zum Mittagessen war ich dann bei einem herausragenden Hilfsprojekt – Daughters of Cambodia. Die Organisation betreibt ein kleines Café und einen Shop inklusive kleinem Spabereich und hat dort ehemaligen Sexarbeiterinnen eine Anstellung und somit eine Zukunft gegeben. Ein schönes Projekt und Essen und Shakes waren auch spitze. Das Sightseeing Programm habe ich mit dem Königspalast inklusive Silberpagode abgeschlossen. Sehr schöne Gebäude (leider musste ich vor der Silberpagode wieder mal eine halbe Stunde warten, bis der Regen weniger wurde – nicht gut wenn man seinen Laptop, aber keinen Regenschutz dabei hat 😉 ). Ach ja, man kann auch sehr gut Essen in Phnom Penh. Eine willkommene Abwechslung zu Reis, Fleisch und Gemüse – mein tägliches Mittag- und Abendessen (das soll keine Beschwerde sein – ich werde sehr gut versorgt, aber das Khmer Essen ist nach einer Weile doch etwas eintönig).

Zum Abschluss muss man eigentlich noch seine Anerkennung für dieses Land aussprechen, dass in seiner jüngsten Geschichte, so schwer traumatisiert wurde und die gesamte Bildungsschicht (inklusive fast aller Lehrer) verloren hat. Ich bin froh, hier zu sein und durch meine Freiwilligenarbeit an diesem großartigen Schulprojekt einen winzig kleinen Beitrag zur Hilfe der Kinder von Kambodscha zu leisten.

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